Evidenztabelle anlegen: Studien nachvollziehbar vergleichen

Evidenztabelle anlegen: Studien nachvollziehbar vergleichen

Eine Evidenztabelle hält fest, welche Informationen du aus ausgewählten Studien entnimmst. Leite die Spalten aus deiner Forschungsfrage ab: nicht nur Autor und Ergebnis, sondern auch Untersuchungskontext, Vorgehen, Aussagegrenzen und Fundstellen.

Die Tabelle hilft dir beim späteren Vergleich. Sie ist weder ein automatisches Qualitätsurteil noch der Beweis, dass du eine vollständige systematische Literaturübersicht erstellt hast.

Auf einen Blick

  • Bestimme zuerst, welche Informationen du für deine Frage vergleichen musst.
  • Teste die Spalten an wenigen passenden Texten und beschreibe unklare Felder.
  • Bewahre Befund, eigene Einordnung und Fundstelle getrennt auf.

Welche Aufgabe soll die Tabelle erfüllen?

Ein Suchprotokoll dokumentiert, wie du Literatur gefunden hast. Eine Evidenztabelle dokumentiert, welche für deine Frage wichtigen Inhalte du aus der ausgewählten Literatur entnimmst. Beide können sich ergänzen, haben aber unterschiedliche Aufgaben. Den Suchweg beschreibst du in deinem Rechercheprotokoll.

Im Kontext systematischer Interventionsreviews betont das Cochrane Handbook, Kapitel 5 eine strukturierte und eindeutige Erfassung, die die Quelle korrekt wiedergibt. Außerdem können mehrere Publikationen dieselbe Studie berichten. Zähle solche Berichte nicht unbemerkt als voneinander unabhängige Untersuchungen.

Für deine Abschlussarbeit musst du Umfang und Verfahren mit dem gewählten Ansatz und den Hochschulvorgaben abstimmen. Unsere folgende Arbeitsmatrix ist ein Vorschlag zum eigenen Anpassen, kein universeller Berichtsstandard.

Mit welchen Spalten kannst du beginnen?

  1. Studienkennung und Quelle: Eindeutiger Kurzname sowie vollständige Literaturangabe; zusammengehörige Berichte verknüpfen.
  2. Frage und Kontext: Was wurde wo und in welchem Zusammenhang untersucht?
  3. Design und untersuchte Fälle: Art der Untersuchung, Auswahl und relevante Merkmale des Materials oder der Teilnehmenden.
  4. Erfassung und Auswertung: Wie wurden die interessierenden Informationen gewonnen und analysiert?
  5. Für deine Frage relevanter Befund: Möglichst konkret, ohne ihn zur allgemeinen Wahrheit auszuweiten.
  6. Grenze und Fundstelle: Was begrenzt deine Verwendung? Wo steht die Information?
  7. Eigene Einordnung: Welchen Beitrag leistet die Studie für deine Argumentation?

Das NHMRC empfiehlt für Evidenzreviews, Erfassungsformulare an die Fragestellung anzupassen und zunächst an wenigen Studien zu erproben. Übertrage diese Idee als Test deiner Arbeitsmatrix: Sind die Spalten verständlich, relevant und tatsächlich ausfüllbar?

Drei zusammengehörige Bereiche einer Evidenztabelle: Untersuchung mit Kontext und Design, relevanter Befund, Grenze mit genauer Fundstelle. Eigene Einordnung separat ergänzen.
Eigene Arbeitshilfe, keine echte Studiendatenzeile. Spalten an deine Frage anpassen, an wenigen Texten erproben und die eigene Einordnung getrennt halten.

Wie füllst du die Tabelle ohne Scheingenauigkeit?

Konstruierter Übungsfall, keine echte Studie: Du vergleichst Berichte darüber, wie Studierende digitale Lernangebote nutzen. Für einen Text notierst du „Interviewstudie; freiwillig teilnehmende Studierende eines Studiengangs; berichtete Nutzungserfahrungen“. Als Grenze hältst du fest: „Keine Messung eines Lernerfolgs; Auswahl auf diesen Kontext begrenzt.“ Eine exakte Personenanzahl trägst du nur ein, wenn du sie im Original gefunden hast.

Bleibt ein Feld nach der Prüfung leer, schreibe beispielsweise „im gelesenen Bericht nicht angegeben“. Das unterscheidet einen dokumentierten Informationsmangel von einem versehentlich übersprungenen Feld. Mache dabei sichtbar, welchen Bericht und welche Anhänge du tatsächlich geprüft hast.

Prüfe auch Einheiten und Bezugspunkte. Eine berichtete Nutzungsdauer pro Woche und eine allgemeine Selbsteinschätzung sind unterschiedliche Informationen; sie gehören nicht kommentarlos in dieselbe Ergebniszelle.

Wie kommst du von den Zeilen zum Vergleich?

Lies nicht nur jede Zeile einzeln, sondern vergleiche dieselbe Spalte über mehrere Studien hinweg. Welche Kontexte und Designs ähneln sich? Wo werden unterschiedliche Begriffe oder Messungen verwendet? Eine leere oder anders definierte Zelle ist ein Anlass zum Nachlesen, kein Grund, Unterschiede wegzuglätten.

  • Prüfe zuerst, ob du dieselbe Frage vergleichst.
  • Markiere zusammengehörige Berichte und widersprüchliche Angaben.
  • Formuliere dann eine begrenzte Gemeinsamkeit oder einen Unterschied mit Belegen.
  • Gehe für den endgültigen Text zu den Originalstellen zurück.

Die Tabelle ersetzt keine eigenständige Beurteilung der Studien. Nutze ergänzend den Ratgeber zur Passung und Aussagekraft wissenschaftlicher Quellen. Bewahre Änderungen an deinen Spaltendefinitionen nachvollziehbar auf, statt ältere Entscheidungen still zu überschreiben.

Wenn du die Auswahl und Auswertung deiner Literatur bereits in einem eigenen Methodentext beschrieben hast, kann Expertenfeedback Hinweise zur nachvollziehbaren Darstellung geben. Informationen zum Expertenfeedback für deinen eigenen Text ansehen. Die Originalquellen prüfst und deinen Text überarbeitest du selbst; das Feedback ersetzt keine vollständige Studienprüfung und garantiert keine Note. Prüfe Teilnehmerbedingungen, Verfügbarkeit und den Umfang deines gekauften Pakets; bereits enthaltenes Expertenfeedback brauchst du nicht zusätzlich zu buchen.

Redaktion 4-Stunden-Methode · KI-unterstützt erstellt, an den verlinkten Originalquellen geprüft. Beispiele sind eigens konstruierte Übungsfälle, keine Studienergebnisse. Beachte die Vorgaben deiner Hochschule.

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Autor

Karim Rabah, M.Eng., BA

Autor und Entwickler der 4-Stunden-Methode. Aus seiner Arbeit als Lektor entstand ein Kurs, der wissenschaftliche Arbeitsschritte am Beispiel zeigt. Hier findest du Anleitungen zum eigenen Umsetzen und zum verantwortlichen Einsatz von KI.

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